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12.03.2026

Bayerisches Kabinett legt Entwurf zu Kita-Reformen in Bayern vor

Kein Wort über Fachkraftquote – Reform bleibt auf halbem Weg: Trotz positiver Ansätze nutzt die Staatsregierung ihre Möglichkeiten aus Sicht der KAB München und Freising nur sehr unvollständig. Ob sich durch die zusätzlichen Gelder die Arbeitsbedingungen in den Kitas verbessern werden, bleibt unklar.

Pressemitteilung im Volltext

Bayerisches Kabinett legt Entwurf zu Kita-Reformen in Bayern vor

Kein Wort über Fachkraftquote – Reform bleibt auf halbem Weg

München, 12.03.2026. Die Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) geht voran – mit weitreichenden Folgen für Kita-Beschäftigte, Kinder sowie Familien in Bayern. Mit Spannung war daher der erste umfassende Entwurf zur BayKiBiG-Reform erwartet worden. Diesen hat der Ministerrat nun am 10.03.2026 vorgelegt und in diesem Zusammenhang auch bereits eine Verbändeanhörung gestartet. Dazu erklärt Sibylle Schuster, Geschäftsführerin der KAB München und Freising und Leiterin der bayernweit aktiven Facharbeitsgruppe Kindertagesstätten (AG Kita) der KAB:

„Wir freuen uns, dass Bewegung in den Reformprozess kommt. Die mehr als 11.000 Protestwimpel aus unserer Aktion ‚Wimpel für Wandel‘ haben offensichtlich Wirkung gezeigt! Es ist sehr zu begrüßen, dass die Kitas in Bayern mehr Geld bekommen und Teamkräfte nun dauerhaft gefördert werden sollen. Trotzdem: Bis jetzt gibt es keine Regelung, die sichert, dass das Geld aus der Betriebskostenförderung auch tatsächlich bei den Beschäftigten ankommt und Arbeitsbedingungen verbessert. Strukturelle Defizite in der Kita-Finanzierung werden bestehen bleiben. Und Teamkräfte ersetzen keine Fachkräfte!

In dem Kabinettsentwurf steht kein Wort über eine Verbesserung des Anstellungsschlüssels oder der Fachkraftquote. Nach wie vor nimmt die Staatsregierung also zentrale Hebel, die die Qualität in den Kitas verbessern könnten, nicht in die Hand. Eine Stärkung der Fachlichkeit und bessere Arbeitsbedingungen sind aber die Voraussetzung, damit gute Kita-Qualität und Chancengleichheit für unsere Kinder überall in Bayern funktioniert – unabhängig von der Kassenlage der Kommune und dem Geldbeutel der Eltern. Unser Fazit: Die Bayerische Staatsregierung nutzt ihre Möglichkeiten trotz positiver Ansätze leider nur sehr unvollständig. Die Reform bleibt auf halbem Weg.“

Hintergrund: Aktion „Wimpel für Wandel“ – 11.518 Protestwimpel für starke Kitas

Kita-Beschäftigte, Kinder, Eltern und Engagierte aus ganz Bayern hatten im Rahmen der Aktion „Wimpel für Wandel“ bis Februar 2026 insgesamt 11.518 bunte Protestwimpel aus Papier gestaltet und eingesendet. Es fanden symbolische Übergaben an die zuständige Sozialministerin Ulrike Scharf und an Staatskanzleichef Dr. Florian Herrmann statt, um der Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen in Bayerns Kitas, gleichen Bildungschancen für die Kinder und zuverlässigen Öffnungs- und Betreuungszeiten Nachdruck zu verleihen. Die Aktion wurde von der KAB München und Freising und dem Verband Kita-Fachkräfte Bayern ins Leben gerufen und gemeinsam mit den Bündnispartnern KEG Bayern, GEW Bayern und ver.di Bayern getragen. Mehr zur Aktion „Wimpel für Wandel“ und ihren Forderungen unter: https://www.kabdvmuenchen.de/wimpel-fuer-wandel/

 

Pressemitteilung zum Download

260312_KAB-PM-BayKiBiG-Reform_FINAL.pdf



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