Übergabe in der Bayerischen Staatskanzlei. Personen auf dem Gruppenfoto v.l.n.r.: Christine Muschalla, KAB München und Freising; Tanja Tippmeier, Katholische Fachakademie für Sozialpädagogik München; Hanne Möller, KAB München und Freising; Brigitte Zach, ver.di Bayern; Gabriele Wunderle, Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern Augsburg; Martina Meyer, ver.di Bayern; Manuela Dietz, ver.di Bayern; Susanne Graßl, Haus für Kinder St. Andreas Eching; Staatsminister Dr. Florian Herrmann; Martin Goppel, KEG Bayern; Kathrin Niedermeier, Verband Kita-Fachkräfte Bayern; Andrea Steiner, Kindergarten Vagen; Sibylle Schuster, KAB München und Freising; Andrea Oberhofer, GEW Bayern. Foto: Pamela Rachholz.
SOS in den bayerischen Kitas: Am 27.02.2026 haben Vertreter:innen des Aktionsbündnisses die gesammelten „Wimpel für Wandel“ an Staatskanzleiminister Dr. Florian Herrmann übergeben. Dieser nahm die Anliegen der Kita Fachkräfte ernst und zeigte sich offen für deren Lösungsvorschläge.
Aktion „Wimpel für Wandel“: Übergabe in der Bayerischen Staatskanzlei am 27. Februar 2026
München, 03.03.2026. Mit der Übergabe von 11.518 Wimpeln – fast 12.000 Zeichen des Protests und der Forderung nach Veränderung – haben Vertreter:innen der KAB München und Freising, KEG Bayern, GEW, ver.di Bayern sowie des Verbands Kita-Fachkräfte Bayern am 27.02.2026 in der Bayerischen Staatskanzlei ein deutliches Signal gesetzt: Das Kita-System in Bayern ist chronisch unterfinanziert – und die Zeit des Abwartens ist vorbei.
Die Wimpel wurden von Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei und Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien, stellvertretend für Ministerpräsident Markus Söder entgegengenommen.
Hinter jedem einzelnen Wimpel stehen Fachkräfte, Familien und Unterstützer:innen, die für dringend notwendige strukturelle Veränderungen in bayerischen Kitas eintreten. Die Botschaft ist klar: Gute Kitas sind kein Luxus – sie sind eine Investition in die Zukunft der Kinder und eine Frage sozialer Gerechtigkeit.
In einem offenen und konstruktiven Gespräch nahm Dr. Herrmann die Anliegen ernst. Die Vertreter:innen der Aktion legten nicht nur Missstände offen, sondern präsentierten konkrete Forderungen und Lösungsansätze für eine echte Reform des Bayerisches Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKiBiG):
Mehr Geld für Kitas, bessere Personalschlüssel, verlässliche Leitungszeiten, keine Kita-Leitung ohne pädagogische Ausbildung sowie qualitativ hochwertige Ausbildung für Quereinsteiger:innen.
Staatsminister Dr. Florian Herrmann betonte die Bedeutung der frühkindlichen Bildung und verwies zugleich auf die strukturelle Komplexität des dezentral organisierten Systems. Den Kitavertretungen gegenüber stellte er klar: „Sie legen die Grundlage für Lebensbiografien.“
Sibylle Schuster, Geschäftsführerin der KAB München und Freising, brachte die Stimmung der Basis auf den Punkt: „Das Kita-System in Bayern ist chronisch unterfinanziert – das ist keine neue Erkenntnis, das ist politisches Versagen. Fachkräfte und Familien erleben seit Jahren, wie Versprechen gemacht und nicht eingehalten werden. Die Basis fühlt sich vertröstet. Herr Ministerpräsident Söder: Die Fachkräfte in den Kitas legen, wie heute bestätigt wurde, die Grundlage für Lebensbiografien. Es ist höchste Zeit, dass Sie diese Grundlage auch finanziell absichern.”
Der KEG-Landesvorsitzende Martin Goppel richtete einen eindringlichen Appell an die Staatsregierung: „Investiert nicht nur in Bildung und unsere Kinder, schafft die nötigen Rahmenbedingungen und hört auf die Sorgen der Erzieher:innen und Familien. Wenn nicht, wird eine andere Regierung die Verantwortung übernehmen – und das sollte nicht unser aller Ziel sein.”
Kathrin Niedermeier vom Verband Kita-Fachkräfte Bayern ergänzte: „Wir Kita-Fachkräfte möchten gerne gute Arbeit leisten, aber mit den derzeitigen Rahmenbedingungen können wir unseren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden. Das ist unglaublich frustrierend. Hinzu kommt, dass es derzeit keine wirkliche Perspektive auf Verbesserung gibt. Dadurch verlassen immer mehr gut ausgebildete und engagierte Fachkräfte das System.”
Andrea Oberhofer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern stellte die Bedeutung verlässlicher Strukturen heraus: „Verlässlichkeit in Kitas ist kein Zufall, sondern das Ergebnis guter Arbeitsbedingungen. Kinder und Eltern brauchen ausreichend Fachkräfte, stabile Teams und verlässliche Rahmenbedingungen. Echte Verlässlichkeit entsteht dort, wo Bildung politisch ernst genommen und ausreichend finanziert wird – verlässliche Kitas brauchen verlässliche Unterstützung.“
Mario Gembus, bei ver.di Bayern zuständig für Erziehung, Bildung und Soziale Arbeit, ergänzte: „Es war wichtig, Staatsminister Herrmann direkt mit unseren Anliegen zu konfrontieren – auch wenn konkrete Zusagen noch ausstehen. Entlastung für die Beschäftigten und gute Betreuungsqualität gehören untrennbar zusammen. Dafür braucht es vor allem eine deutlich stärkere und nachhaltige Beteiligung des Freistaats an der Kita-Finanzierung.“
Auch Christine Muschalla, Diözesanvorsitzende der KAB München und Freising, unterstrich die politische Verantwortung: „Wer frühkindliche Bildung als gesellschaftliche Aufgabe ernst nimmt, muss sie auch finanzieren. Die Staatsregierung kann sich nicht länger hinter der Komplexität des Systems verstecken. Wir werden nicht locker lassen – im Interesse der Kinder, der Fachkräfte und der Familien in Bayern.“
Mit der Wimpelübergabe senden die Fachkräfte ein klares, praxisnahes Signal: Sie bringen nicht nur Kritik ein, sondern konkrete, umsetzbare Vorschläge aus der Praxis, um das BayKiBiG zu modernisieren und die frühkindliche Bildung in Bayern nachhaltig zu stärken. Die laufende Reform bietet die Chance dazu – sie muss jetzt genutzt werden.
Mehr zur Aktion „Wimpel für Wandel“ und ihren Forderungen unter: https://www.kabdvmuenchen.de/wimpel-fuer-wandel/

Staatsminister Dr. Florian Herrmann nahm die Wimpel in der Bayerischen Staatskanzlei symbolisch entgegen. Foto: Pamela Rachholz

Besprechung im Anschluss an die Übergabe. Foto: Pamela Rachholz

KAB-Geschäftsführerin Sibylle Schuster und Diözesanvorsitzende Christine Muschalla im Gespräch mit Dr. Florian Herrmann. Foto: Pamela Rachholz
260303_KAB-PM-Wimpel-fuer-Wandel-Uebergabe-StK-FINAL.pdf
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