Am 28.10. stimmte das Bundeskabinett der Empfehlung der Mindestlohnkommission zu. Bis Mitte 2022 soll der Mindestlohn lediglich um 1,10 Euro steigen. Ein zu kleiner Schritt in die richtige Richtung, der Niedrigverdiener nicht aus der Armut befreit.
Enttäuscht äußerte sich die KAB Deutschlands über den fehlenden Mut und Gestaltungswillen der Bundesminister, Armut in Deutschland an der Wurzel zu bekämpfen. „Mit der heutigen Entscheidung des Kabinetts, die Vorgaben der Mindestlohn-Kommission zur Lohnuntergrenze in den kommenden Jahren zu übernehmen, zementiert die Bundesregierung die Armut im Niedriglohnbereich“, erklärt Andreas Luttmer-Bensmann, Bundesvorsitzender der KAB. Die jetzige Anpassung um 15 Cent ab 1. Januar und auf 10,45 Euro ab Mitte 2022 werde Menschen in Armut stürzen und die Sozialkassen weiter belasten.
Laut der jüngsten Studie des Statistischen Bundesamts verdienen 15 Millionen Menschen in Deutschland einen Stundenlohn unter 14 Euro. Es müsste ein Stundenlohn von 14,40 Euro brutto pro Stunde erreicht werden, um als Rentner bei 45 Beitragsjahren über die sogenannte Armutsgefährdungsschwelle zu kommen (Hans-Böckler-Stiftung 2017). Viele Arbeitnehmer*innen arbeiten in Teilzeit und deutlich weniger Jahre, besonders Frauen und Alleinerziehende. „Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss wird die Angst vor Altersarmut weiter steigen. Knapp 39 Prozent aller Beschäftigten arbeiten somit heute für einen Lohn, der ihre Armut im Alter vorprogrammiert“, erklärt Luttmer-Bensmann.
Luttmer-Bensmann kritisiert, in Deutschland werde weiter von einem Hochlohnland gesprochen, obwohl die Politik den Niedriglohnbereich systematisch weiter ausbaue. „Heute hätte das Bundeskabinett ein deutliches Signal setzen können, und Millionen Arbeitnehmern Hoffnung auf ein besseres Auskommen geben können“, kritisiert der KAB-Bundesvorsitzende. Die KAB setzt sich derzeit mit einer Petition für einen Mindestlohn von 13,69 Euro ein.
Erst jüngst hat Luttmer-Bensmann mit Arbeitsmarktexperten der Bundestagsfraktionen gesprochen und eine deutliche Anhebung des Mindestlohns gefordert.
Abonnieren Sie unseren monatlichen Newsletter:
15. September 2026 bis 8. Dezember 2026
80336 München - Pettenkoferstr.8
Krisenbegleiter Aufbaukurs I
8. Oktober 2026 bis 1. März 2027
80336 München - online
BieBiR: Bildung für ehrenamtliche Bildungsreferenten/innen – Gesellschaft. Wandel. Demokratie.
21. Oktober 2026 bis 2. November 2026
80336 München - online
Engagement als Zukunftskraft
29. Oktober 2026, 18:00 Uhr
80336 München - Pettenkoferstr. 8
Realität der Klassengesellschaft heute - gute Gründe für eine solidarische Politik der Arbeit (Sehen - Gesellschaft)
4. November 2026, 18:00 Uhr
80336 München - Pettenkoferstr. 8
Abgebaut. Abgehängt. Abgewählt
12. November 2026, 12:00 Uhr
80337 München - Ruppertstr. 5
5. Runder Tisch Konfliktkultur: Mobbing-Prävention
19. Januar 2027, 18:00 Uhr
80336 München - Pettenkoferstr.8
Grundkurs Krisenbegleitung
22. Januar 2027, 16:00 Uhr
80333 München - Kapellenstr. 4
Wendepunkt im Beruf: Chancen für Männer im letzten Drittel des Berufslebens
20. Februar 2027, 10:00 Uhr
80634 München - Renatastraße 7
Volks- und Weltmusik-Workshop mit Heini Zapf
2. August 2027, 19:00 Uhr
31547 Rehburg-Loccum - Münchehäger Str. 6
Gospelworkshop "Sing & Rejoice!" am Steinhuder Meer