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24.07.2020

KAB startet Petition für 13,69 Euro Mindestlohn

Der Mindestlohn liegt deutlich unter der Armutsgrenze – auch nach der jüngsten Anhebung durch die Mindestlohnkommission. Deshalb mobilisiert die KAB bundesweit für eine Gesetzesänderung. Der Mindestlohn soll auf 13,69 Euro steigen.

Klicken Sie auf diesen Link, um die Petition an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil auf der Website der KAB Deutschlands zu unterschreiben:

http://www.kab.de/mindestlohn-petition

„Nicht nur München ist eine der teuersten Städte Deutschlands. In der gesamten Umgebung mit Freising, Ebersberg, Rosenheim und bis nach Landshut, Pfaffenhofen oder in die Alpenregion sind Hochpreisgebiete zu finden. Besonders hier braucht es mehr als ein paar zusätzliche Cents, um Menschen aus einem Leben in Armut zu befreien“, so Hannes Kreller, Diözesanvorsitzender der KAB München und Freising, nach der Bekanntgabe der Empfehlung der Mindestlohnkommission. Diese sieht vor, den Mindestlohn zum 1. Januar 2021 um 15 Cent zu erhöhen. „Selbst mit der Anhebung auf 10,45 Euro ab Sommer 2022 bleibt nach einem langen Arbeitsleben in Vollzeit weiter nur eine Rente von 699 Euro und damit weit unter der Grundsicherung.“

„13,69 Euro sind eine Frage der Menschenwürde“, erklärt Diakon Michael Wagner, Diözesanpräses der KAB. „Der Arbeitslohn muss ausreichen, um für sich und die Familie den Lebensunterhalt zu sichern. Ist das nicht der Fall, dann muss der Staat ein Mindesteinkommen in angemessener Höhe garantieren. Das ist eine Forderung der katholischen Soziallehre seit dem 19. Jahrhundert, seit Papst Leo XIII.“

Mindestlohn muss über die Armutsgrenze steigen

Die KAB-Forderung nach 13,69 Euro Mindestlohn errechnet sich aus der EU-Definition für Armutsgefährdung. Als armutsgefährdet gilt demnach, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient. Erst ab 13,69 Euro Brutto-Monatslohn liegt das Einkommen oberhalb dieser Armutsgrenze.

Petition an den Bundesarbeitsminister

„Wir wollen Hubertus Heil dazu bewegen, eine Gesetzesinitiative zu starten, die das Inkrafttreten der Kommissionsempfehlung verhindert. Nur eine rasche Gesetzesreform kann einen fairen und menschenwürdigen Mindestlohn ermöglichen“, erklärt der KAB-Bundesvorsitzende Andreas Luttmer-Bensmann.

Unterstützer und Unterstützerinnen dieser Forderung können die Petition online unterschreiben: http://www.kab.de/mindestlohn-petition

In Kürze wird es außerdem möglich sein, sich in Papierlisten einzutragen. Sammelstellen in München, Freising, Rosenheim und weiteren Regionen werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben und Postkarten für Einzelunterschriften verteilt. Am 7. Oktober 2020 – dem internationalen Tag der menschenwürdigen Arbeit – will die KAB die gesammelten Unterschriften an den Arbeitsminister überreichen.



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