Sozialpfarrer Peter Kossen (links) demonstriert vor einen Fleischbetrieb.
Schon jahrelang kritisiert die KAB menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in der Fleischproduktion. Die Ausbeutung über Subunternehmen muss aufhören, die Hauptunternehmen müssen künftig für die Gesundheit der Mitarbeiter haften.
„Es ist eine Schweinerei, dass Jahre lang auf Kosten der Gesundheit von Werksvertrags-arbeitnehmern Tönnies, Westfleisch und Co ihren Profit maximierten und die Politik wegschaute, um Billigfleisch zu ermöglichen und eine Agrarwende zu verhindern“. Dies erklärt KAB-Bundesvorsitzender Andreas Luttmer-Bensmann anlässlich der erschreckenden Corona-Infektionen in Schlachtbetrieben der Tönnies-Gruppe.
Seit Jahren mahnt der katholische Sozialverband gemeinsam mit Sozialpfarrer Peter Kossen, dass die Politik die menschenunwürdigen Zustände in der fleischverarbeitenden Industrie unterbindet. "Hier wurde jahrzehntelang der Fleischindustrie-Lobby nachgegeben und mafiöse Wirtschaftsweise zugelassen auf Kosten der Gesundheit vieler Tausend Arbeitnehmer aus osteuropäischen Nachbarstaaten", sagt der KAB-Bundesvorsitzende
Als Unverschämtheit bezeichnet die KAB die Äußerungen von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, dass die osteuropäischen Arbeiter selbst schuld seien an der infektiösen Erkrankung, weil sie angeblich das Corona-Virus aus Osteuropa eingeschleppt hätten. "Hier werden die Arbeitnehmer erneut Opfer durch unmenschliche Arbeitsbedingungen, die die Politik seit Jahrzehnten zulässt", so Luttmer-Bensmann.
Die KAB fordert, dass Unternehmer in Haftung für die Gesundheit der Beschäftigten genommen werden und die Arbeitnehmer in der Fleischindustrie, statt bei ausbeuterischen Sub-Unternehmern direkt beim Hauptunternehmen angestellt werden. "Hier wird nicht Gesundheits-, sondern auch Mitbestimmungsrechte systematisch unterlaufen", so der KAB-Bundesvorsitzende Luttmer-Bensmann.
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