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Keine „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“ erwünscht

Logo der Freisinger Allianz für den freien Sonntag

Freising/ München, 04. Oktober 2010. Die Freisinger „Allianz für den freien Sonntag“ hat vergangenen Montag rund 1.000 Postkarten an Herrn Thomas Hacker (Fraktionsvorsitzender der FDP im Bayerischen Landtag) überreicht. Die Allianz, eine kirchlich-gewerkschaftliche Initiative, setzt damit ein Zeichen, dass die Bürgerinnen und Bürger keine „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“ wollen. Bei den jetzigen Ladenöffnungszeiten bis 20 Uhr sei es wohl zu schaffen, alle Einkäufe zu erledigen, so die Vertreter der Allianz. Von der Möglichkeit, montags bis samstags die Läden bis 24 Uhr zu öffnen, wie es die FDP fordert, hätte niemand einen Nutzen. Der Euro könne nur einmal ausgegeben werden. Außerdem könnten kleine Unternehmen und Mittelständler die zusätzlichen Kosten einer längeren Öffnung nicht stemmen. Nicht einmal die großen Ketten würden wirklich profitieren, da es bislang keinen Beleg dafür gibt, dass eine Ausweitung von Öffnungszeiten mehr Umsatz bringen würde.. Für die Freisinger Allianz stehen noch viele Fragen im Raum: Warum sollen für mehr „Einkaufsfreiheiten“ der Bürger und Bürgerinnen auf der anderen Seite Menschen zu sehr wenig familienfreundlichen Zeiten arbeiten müssen? Kindergärten haben zu dieser Zeit nicht mehr geöffnet. Ist nicht auch der Feierabend ein wichtiges Gut, an dem Zeit ist für Kinder, Freunde oder Vereinsleben?

Thomas Hacker hingegen meint, die Geschäfte in den Innenstädten könnten über Events wie Shoppingnächte an vereinzelten Tagen die Attraktivität der Innenstädte erhöhen. Für solche „Events“ würde es dann keine bürokratischen Genehmigungsverfahren brauchen. Auch könnten so nach seiner Meinung mehr Onlineshopper zurückgewonnen werden. Außerdem sieht er eine Chance auf mehr Arbeitsplätze durch eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten.

Die Allianz kann dieser Argumentation nicht zustimmen, denn die bisherigen Ausweitungen haben keine zusätzlichen Arbeitplätze geschaffen. Um die kontroversen Positionen weiter zu diskutieren, haben Thomas Hacker und die Allianz bereits einen weiteren Gesprächstermin geplant.



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