Von links nach rechts: Wolfgang Puff (HBE), Diana Stachowitz (MdL), Hannes Kreller (KAB)
Sonntagsschützer und Handel trafen am 6. Juli 2018 beim Forum Kirche und SPD aufeinander. Wolfgang Puff, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Bayern (HBE) und Hannes Kreller (KAB Diözesanvorsitzender und Vertreter der Allianz für den freien Sonntag) diskutierten auf dem Podium die unterschiedlichen Einschätzungen.
Die Sonntagsruhe ist seit 1700 Jahren kultureller Ausdruck von Freiheit, Menschenwürde und Schutz von Ehe und Familie. Die staatliche Schutzgarantie für die Sonn- und Feiertage hat bei uns Verfassungsrang. Trotzdem steigt die Zahl der Sonntagsarbeiter*innen seit langem branchenübergreifend an. Etwa 11 Millionen Erwerbstätige arbeiten in Deutschland auch sonn- und feiertags, in Bayern sind es rund 1,7 Millionen.
Der Grundtenor des Handels in der Podiumsdiskussion war klar. Vier verkaufsoffene Sonntage ohne Anlassbezug wurden als Perspektive für Bayern präsentiert. Kreller als Sonntagsschützer verwies dagegen auf die zunehmende gesellschaftliche Beschleunigung. Diese Entwicklung erfordere einen gemeinsamen Zeitanker der Entschleunigung und Ruhe – eben den Sonntag. Eine Zeit, die sich ökonomisch nicht rechnen muss. Eine Zeit für Familie, für Freunde, für Feste, für kulturelle Veranstaltungen und für sich selbst.
In vielen Prozessen vor den Verwaltungsgerichten haben die Träger der Allianz für den freien Sonntag gegen Entscheidungen der Kommunen geklagt. Die KAB war in Frankfurt und Augsburg beteiligt. Mit eindeutigen Urteilen: Die Kommunen haben gegen die Verfassung verstoßen, da sie unter anderem den Anlassbezug nicht beachtet haben. Kaufhof und Karstadt fordern 52 verkaufsoffene Sonntag im Jahr. Widerstand ist angesagt! Sonst wird jeder Sonntag zum Werktag, betonte Kreller.
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