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Digitale Arbeit braucht mehr Mitbestimmung

Foto: Betriebsseelsorger Paul Schobel (am Podium) spricht auf dem KAB-Diözesantag 2019.

 

Beim Diözesantag der KAB München und Freising sprachen Paul Schobel, Gründer der Betriebsseelsorge, und Luise Klemens von ver.di. Anschließend fielen Beschlüsse gegen doppelte Krankenkassenbeiträge und für den Synodalen Weg in der Kirche.

München. Mit aktuellen Herausforderungen der Arbeitswelt befasste sich die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung in der Erzdiözese München und Freising auf ihrem Diözesantag am 19. Oktober. Insbesondere die digitale Arbeit und deren Auswirkungen auf das Leben Berufstätiger nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Blick.

Einflussmöglichkeiten für Arbeitnehmer stärken

So wies Luise Klemens, Landesbezirksleiterin ver.di Bayern, auf die Herausforderungen der digitalen Arbeit hin: „Die Arbeitswelt wird durch die Digitalisierung immer komplexer. Berufsbilder veränderten sich teilweise rasend schnell und manche Berufe fallen ganz weg, während andererseits völlig neue Berufe entstehen.“ Sie forderte in ihrem Statement zudem weitere Einflussmöglichkeiten der Arbeitnehmer auf die Prozessgestaltung der Digitalisierung. Nur wenn die Arbeitnehmer sich hier grundlegend einbringen könnten, sei sichergestellt, dass ihre Interessen auch berücksichtigt würden.

Paul Schobel, Gründer der Betriebsseelsorge, forderte in seinem Referat, die Digitalisierung müsse den Menschen dienen und nicht den Macht- und Kapitalinteressen von Politik und großen Unternehmen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten im Rahmen der Mitbestimmung daran beteiligt werden. KAB-Diözesanpräses Michael Wagner leitete anschließend die Diskussion mit beiden Impulsgebern, die eine breite gemeinsame Basis dokumentierte.

Klares Votum für Synodalen Weg

Einstimmig stellte sich der Diözesantag hinter den Synodalen Weg, auf den sich Bischöfe gemeinsam mit Laienvertretern gemacht haben. Die KAB möchte den Synodalen Weg stärken, um „wirkliche Lösungen für eine Kirche der Zukunft“ zu finden. Dafür ist der Zugang von Frauen zu den Ämtern der Kirche, eine Diskussion um die Lebensform der Bischöfe und Priester sowie die Ausrichtung der kirchlichen Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit von Menschen äußerst dringlich. Ferner müsse die vollständige Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs und von Machtmissbrauch in der Kirche gewährleistet sein.

Gegen die „Doppelverbeitragung“

Weitere Anträge wurden diskutiert, so lautete einer davon: „Der Diözesantag der KAB fordert die Bundesregierung auf, die Krankenkassenbeiträge auf Betriebsrenten zu halbieren“, über die die KAB abstimmte. Da Betriebsrentner für ein Einkommen Beiträge zahlen müssen, für das sie bereits in der aktiven Arbeitsphase Beiträge bezahlt haben, stimmten die Anwesenden mit großer Mehrheit gegen die „Doppelverbeitragung“ und forderten die Bundesregierung auf, die dadurch entstehende Lücke bei den Krankenkassen aus Steuermitteln zu schließen.

Pressemitteilung

Unsere Pressemitteilung zum KAB-Diözesantag 2019 finden Sie hier (PDF-Download).

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