Das Gebot, am 7. Tage zu ruhen, ist mehr als das Geschenk eines freien Tages in der Woche. Es ist eine soziale Revolution. Alle sollen ruhen: Herren und Sklaven und Tiere. Und schon seit Anbeginn ist dieses Gebot in der Kritik: schon bei Amos (Am 8,5) können wir nachlesen, wie sehr dieser Ruhetag als Ärgernis wahrgenommen wurde: "Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen."
Für die KAB ist der Schutz des Sonntages nicht nur Arbeitnehmerschutz, sondern mehr. Der Sonntag ist der Tag, an dem wir uns immer wieder neu auf unsere Verantwortung in der Welt besinnen und den Sonntag feiern als Erinnerung an die endgültige Befreiung von Sünde und Todesverfallenheit.
Auszug aus der Grundposition der Allianz für den freien Sonntag:
"Der Sonntag ist kein Tag wie jeder andere. Seine Bedeutung drückt sich in seiner Beständigkeit für die individuelle Lebensgestaltung der Menschen aus. Seit 4.000 Jahren prägt die Sieben-Tage-Woche den Lebensrhythmus vieler Völker. Dieser Rhythmus vermittelt den Menschen und den Gemeinschaften eine hilfreiche Beständigkeit. Der Sonntag ist eine frühe soziale Errungenschaft und auch heute als Tag der Ruhe, der Gemeinschaft, der Befreiung von Sachzwängen, Fremdbestimmung und Zeitdruck unverzichtbar."
Grundposition der Allianz für den freien Sonntag.
Stellungnahme für die gemeinsame Pressekonferenz am 17.11.2006 zur Gründung der Allianz für den freien Sonntag in Bayern
Für uns als Katholische Arbeitnehmerbewegung ist der Sonntag der Tag der Freiheit, d.h. der äußeren und inneren Befreiung von Kauf- und Konsumzwang, von Arbeitswut und Leistungszwang, von Alltagsdruck und rastloser Hetze. Damit stehen wir fest in der langen bayerischen Tradition, die den Sonntag seit jeher als Symbol der Freiheit achtet. Schon im 7. Jh. nach Chr. heißt es im „Grundgesetz der Bayern“: „Wenn ein freier Mann nach dreimaliger Mahnung vom Arbeiten am Sonntag nicht lässt, soll er die Freiheit verlieren und leibeigener Knecht werden – da er am heiligen Tag nicht hat frei sein wollen.“

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