Familien und Frauen benötigen Wahlfreiheit hinsichtlich einer längeren und vor allem paritätischen Elternzeitregelung.
Gesetzliche Grundlagen wurden in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht und werden allmählich für Familien spürbarer. Doch Arbeitnehmer wie Arbeitgeber haben häufig noch wenig Kenntnis der derzeitigen Möglichkeiten. Anreize zur Akzeptanz und Umsetzung einer echten Familien-(Teilzeit)-Arbeit fehlen weitgehend.
Auch der zweite Gleichstellungsbericht der Bundesregierung weist auf die Notwendigkeit einer partnerschaftlichen Aufteilung und Familienarbeitszeit hin (s. S.160, 161)
Die derzeitigen gesetzlichen Regelungen sind eine gute Grundlage, reichen jedoch noch nicht aus. Nacharbeit ist nötig.
Beim KAB-Diözesantag am 13.Oktober 2018 in Rosenheim haben die Dele-gierten des Diözesanverbandes diese Sachlage an die Bundespolitik verwiesen. Schriftliche Rückmeldungen erhielten wir von den Bundestagsfraktionen der CDU/CSU und der FDP - aber auch eine Gesprächs-Einladung nach Berlin zur SPD-Fraktion zur Thematik des "Entgelt-Transparenzgesetz" für September 2019.
In den Antwort-Schreiben der beiden Fraktionen wurde letztlich darauf verwiesen, dass man derzeit kaum Handlungsspielraum sieht, da die Grundlagen bzw. Anforderungen aus dem Koalitionsvertrag zu diesem Themenkomplexen bereits auf den Weg gebracht wurden und somit in dieser Amtsperide kaum mehr mit Nachbesserungen zu rechnen sei.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat in einer Pressemitteilung vom 17.09.2019 auf den neuen Bericht "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2019" hingewiesen. Handlungsbedarf ist demnach weiterhin gegeben.
Informationen unter
www.bmfsfj.de/unternehmensmonitor
Die derzeitige Situation durch "Covid19/Corona" bringt es noch deutlicher an den Tag: Nach Ansicht von Experten und Aussagen Betroffener verstärkt home-office die bislang immer noch weit verbreitete Arbeitsteilung der Partner. Homeoffice ermögliche demnach zwar mehr und flexiblere Zeit für Sorgearbeit, dies gilt aber für Frauen mehr als für Männer. In der Situation durch Corona stellten Sozialwissenschaftler fest, sind Rückschritte bei der Arbeitsteilung erkennbar.
Es braucht dringend Regeln zur besseren Aufteilung auch von Sorgearbeit, einen gesamt-gesellschaftlichen Diskurs und Veränderung in Unternehmen, die verstärkt auch mehrere Jahre Teilzeitbeschäftigung für die Männer fördern sollten.
Die von uns geforderte paritätische Regelung der Elternzeit ist ein erster Schritt und wichtiger Baustein.

Gudrun Unverdorben
KAB Diözesanverband München und Freising e.V.
Mai 2020
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