Peter Winklmeier. Foto: KAB
Am 22.12.2025 ist Peter Winklmeier mit 89 Jahren verstorben. Unter anderem war er 14 Jahre lang KAB-Bezirksvorsitzender. Schon als Teenager war er in Pfarrei, Gewerkschaft und KAB und aktiv, bis ins hohe Alter übte er zahlreiche Ehrenämter aus. Die Liste seiner Verdienste und Auszeichnungen ist lang.
Charmant, bescheiden, freundlich, seinen Mitmenschen immer zugewandt, tatkräftig engagiert mit klarem Wertekompass, außerdem gesellig und lebenslustig: So kannte und schätzte man Peter Winklmeier, den langjährigen Vorsitzenden des KAB-Bezirksverbands München. Von 2005 bis 2019 war er Mittelpunkt und Antriebskraft der KAB in der Landeshauptstadt. Außerdem unglaubliche 71 Jahre lang Vorsitzender der KAB-Ortsgruppe St. Canisius und 36 Jahre lang Vorsitzender des KAB-Stadtkreises Süd. Kaum jemand im KAB-Diözesanverband hat mehr Auszeichnungen für sein ehrenamtliches Engagement erhalten – weit über die KAB hinaus. Besonders auch in seinem Stadtteil Großhadern war Peter Winklmeier als Netzwerker mit christlich-gesellschaftspolitischem Hintergrund bekannt. Alles stemmte er zusammen mit seiner Frau Wilhelma und mit der Unterstützung seines Sohnes Peter Junior. Am 22. Dezember 2025 ist Peter Winklmeier nach einem langen und aktiven Leben im Alter von 89 Jahren verstorben.
1936 in Großhadern geboren, stammte er aus einer Arbeiterfamilie. Durch die Erstkommunion kam er stärker mit der Kirchengemeinde in Kontakt und wurde Ministrant. Von da an spielte das Engagement in Pfarrei und Kirche eine immer größere Rolle in seinem Leben.
„Eigentlich sollte ich ja Pfarrer werden“, erzählte Peter Winklmeier in einem Interview mit dem KAB-Diözesanverband im Jahr 2020. „Es waren zwei Geistliche da, die mir das Studium bezahlt hätten.“ Aber es kam anders: In der Pfarrjugend lernte er als Teenager seine spätere Frau Wilhelma kennen.
Der Berufseinstieg Anfang der 50er Jahre verlief dagegen wenig romantisch. „Damals hast du nehmen müssen, was frei war. Da hast du dir nicht aussuchen können, das mag ich oder das mag ich nicht. Und dann bin ich Polsterer geworden. Polsterer und Tapezierer.“
Nach seiner Lehre in einem kleinen Handwerksbetrieb wechselt Peter Winklmeier zur Firma Schlafgut Matratzen. Schon früh engagierte er sich zugunsten der Arbeitnehmerschaft in der Gewerkschaft Textilbekleidung. 1952, als 16-Jähriger, tritt er in die KAB ein, die damals noch den Namen Werkvolk trägt. 1954 wird er im Alter von 18 Jahren Vorsitzender der KAB-Ortsgruppe St. Canisius in Großhadern – ein Amt, das er 71 Jahre lang bis zu seinem Tod ausüben wird. 1957, als er Anfang 20 ist, übernimmt Peter Winklmeier darüber hinaus den Vorsitz des KAB-Stadtkreises München-Süd.
In der Gewerkschaft steigt er bald zum Jugendleiter von München auf und wird Mitglied im Verwaltungsvorstand. Mehrere Jahrzehnte lang ist Peter Winklmeier außerdem Betriebsratsvorsitzender bei der Firma Schlafgut. Dort arbeitet er sich vom Polsterer zum Vorarbeiter hoch, dann zum Expedienten und schließlich zum Einkäufer. Doch das Unternehmen gerät in Schieflage und muss 1990 schließen.
Über persönliche Beziehungen bekommt Peter Winklmeier die Chance, im Klinikum Großhadern als Pförtner anzufangen. Zehn Jahre lang, bis zu seinem Renteneintritt im Jahr 2000, übt er den Beruf aus. „Die Zeit hat mir sehr viel gegeben. Ich bereue sie nicht.“ Trotz der Arbeitszeiten: „Tages- und Nachtschichten, Feiertage, alles was so anfällt. 12 Stunden Arbeit. Von in der Früh um Fünf bis abends um Fünf oder von abends um Fünf bis in der Früh um Fünf.“ Besonders in der Nacht wird Winklmeier zum Ansprechpartner für die Kranken, die ihm ihre Sorgen und Nöte anvertrauen, „wenn sie eigentlich schon hätten im Bett sein sollen.“ Dass er ihnen mit einem offenen Ohr helfen kann, erfüllt ihn sehr.
1993 legt Peter Winklmeier nach 36 Jahren das Amt des KAB-Stadtkreisvorsitzenden ab, „zum großen Bedauern aller Anwesenden“, wie das Protokoll festhält. Stattdessen engagiert er sich im Vorstand der darüber liegenden Bezirksebene. Von 2001 an ist er stellvertretender Bezirksvorsitzender. Dann, 2005, wird er zum Vorsitzenden des KAB-Bezirksverbands München gewählt und bleibt dies vierzehn Jahre lang, bis er das Amt 2019 aus Altersgründen weitergibt.
Auch über die KAB hinaus engagiert sich Peter Winklmeier intensiv ehrenamtlich. In Großhadern baut er sich gemeinsam mit seiner Frau Wilhelma ein großes Netzwerk auf, über verschiedene Projekte und Organisationen hinweg. So sind die beiden jahrzehntelang in ihrer Siedler- und Eigenheimvereinigung aktiv, bei den Faschingsfreunden Großhadern, im CSU-Ortsverband und im Trachtenverein Waldfrieden.
Für sein herausragendes Engagement in Kirche und Gesellschaft erhält Peter Winklmeier zahlreiche Auszeichnungen. So das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten, die Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern und Medaille München leuchtet. Die Bezirksmedaille bekommt er ausdrücklich gemeinsam mit seiner Frau verliehen. Sie hält ihm stets den Rücken frei und fährt ihn zu Terminen, da er selbst keinen Führerschein hat. Außerdem packt sie bei allen Aktivitäten mit an, unter anderem als Schriftführerin in der KAB-Ortsgruppe. Bezirkstagspräsident Josef Mederer spricht bei seiner Laudatio im Jahr 2017 sehr treffend von einem „Engagement im Doppelpack“. Alle existierenden Ehrenzeichen der KAB, etwa die rote Ehrennadel oder auch die Ketteler-Medaille als höchstmögliche Auszeichnung, hat Peter Winklmeier zu diesem Zeitpunkt sowieso schon inne.
Als im Juni 2025 seine Frau Wilhelma stirbt, richtet Peter Winklmeier trotz der Trauer den Blick weiter nach vorne. Für 2026 hat er bereits wieder Veranstaltungen für seine KAB-Ortsgruppe St. Canisius in Planung. Doch nach einer kurzen Krankheit stirbt Peter Winklmeier am 22.12.2025 im Kreise seiner Familie in seinem Haus in Großhadern. Er hinterlässt seinen Sohn, seine Schwiegertochter und zwei Enkel.
Möge Gott ihn wieder mit seiner Frau zusammenführen und ihm seinen lebenslangen Einsatz für Menschlichkeit und Gerechtigkeit vergelten.
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