Die KAB Bayern fordert Arbeitsministerin Ulrike Scharf zur Zurückhaltung bei ihren Forderungen nach einer Flexibilisierung der täglichen Arbeitszeit auf. Statt eines „schnellen Gesetzes“ sei ein ausgewogener Ansatz nötig, der auch die Rechte und das Wohl der Arbeitnehmer:innen sichere.
„Der Schutz durch klare Arbeitszeiten ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Arbeitskultur“
München/Waldmünchen, 03.11.2025. In der aktuell durch die bayerische Arbeitsministerin Ulrike Scharf erneut provozierten Debatte über eine Ausdehnung der täglichen Arbeitszeiten setzt die KAB Bayern einen deutlichen Kontrapunkt. Die Landesvorsitzende Regina Soremba-Böxkes, selbst in leitender Personalverantwortung, macht deutlich:
„Wir sollten uns als Vorreiter in der Welt zeigen – als sozialer Staat, der durch gut durchdachte Schutzmechanismen für seine Arbeitnehmer Verantwortung übernimmt. Ein „schnelles Gesetz“, das die Beschäftigten nicht ausreichend schützt, macht deutlich, dass deren Interessen in der Regierung nicht genug vertreten sind. Es darf nicht sein, dass politische Entscheidungen ohne Rücksicht auf die Menschen getroffen werden, die das Fundament unserer Wirtschaft bilden. Wir brauchen einen ausgewogenen Ansatz, der sowohl den wirtschaftlichen Anforderungen gerecht wird als auch die Rechte und das Wohl der Arbeitnehmer sichert.
Nur weil andere Länder die tägliche Höchstarbeitszeit abgeschafft haben, bedeutet das nicht, dass dieser Weg für uns auch der richtige ist. Der Schutz durch klare Arbeitszeiten ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Arbeitskultur. Dieser sichert nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, sondern ermöglicht auch planbare Erholungsphasen. Wer zu lange oder zu unregelmäßig arbeitet, riskiert Erschöpfung, Stress und langfristige gesundheitliche Schäden. Flexible Arbeitszeitmodelle sind wichtig, dürfen jedoch nicht zulasten der Gesundheit, der Familie und des sozialen Lebens gehen.
Wir brauchen kluge Lösungen, die sowohl den wirtschaftlichen Bedarf als auch den Schutz der Arbeitnehmer im Blick behalten – nicht eine Aushöhlung bewährter Standards.“
„Verlängerte tägliche Arbeitszeiten erhöhen nicht nur die Fehleranfälligkeit und die Unfallgefahr, wie zahlreiche Studien immer wieder belegen“, so Regina Soremba-Böxkes weiter. „Auch die Gefahren im Straßenverkehr durch übermüdete Verkehrsteilnehmende steigen deutlich. Daher fordern wir die Arbeitsministerin dazu auf, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch den Ausbau der Kinderbetreuung zu verbessern. So lässt sich der Fachkräftemangel deutlich einfacher lösen.“
251103_KAB-Bayern-Pressemitteilung-Arbeitszeitgesetz.pdf
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