Foto: Leroy Skalstad/Pixabay
Zum Welttag der Armen am 15.11. fordert die KAB ein Lieferkettengesetz und einen armutsfesten Mindestlohn von 13,69 Euro. Die Bundesregierung solle so schnell wie möglich handeln und dem Menschenrecht auf würdige Arbeit Geltung verschaffen.
Zum 4. Welttag der Armen am 15.11.2020 macht die KAB auf global ungerechte Wirtschaftsstrukturen und auf soziale Ungerechtigkeit in Deutschland aufmerksam. „Die Bekämpfung von Armut und Hunger braucht neue Konzepte“, erklärt Hannes Kreller, Diözesanvorsitzender der KAB München und Freising. „Das Problem muss daher an der Wurzel gepackt und politisch gelöst werden. Mit einem Lieferkettengesetz, das deutsche Unternehmen in die Pflicht nimmt, und einem deutlich höheren Mindestlohn sollte die Bundesregierung möglichst bald konkrete Schritte in diese Richtung machen.“
Seit vielen Jahren setzt sich die KAB bundesweit für ein Lieferkettengesetz ein. Es soll Sozial- und Arbeitsrechte entlang der Liefer- und Produktionsketten deutscher Unternehmen gesetzlich festschreiben. „Es ist nicht hinnehmbar, dass das Menschenrecht auf würdige Arbeit in den armen Ländern verletzt wird, nur um den Profit in den reichen Ländern weiter ungehemmt zu vermehren. Die Verletzung dieser Grundforderung der christlichen Soziallehre durch die Regierung ist skandalös“, erklärt KAB-Diözesanpräses Michael Wagner.
Die KAB setzt sich nicht nur für die schnelle Verabschiedung eines Lieferkettengesetzes in Deutschland und Europa ein. Der katholische Sozialverband fordert zudem, auch Unternehmen mit weniger als 5.000 Mitarbeiter in die Haftung zu nehmen, wenn sie gegen Arbeitsrechte und Umweltvorschriften verstoßen.
Nach Zahlen des statistischen Bundesamts sind in Deutschland rund 16 Prozent der über 65-Jährigen von Armut bedroht. „In keiner anderen Altersgruppe ist die Armutsrisikoquote so stark gestiegen“, beklagt der KAB-Diözesanvorsitzende Hannes Kreller. „Gründe dafür sind ein wachsender Niedriglohnsektor und ein Mindestlohn, der trotz Vollzeitbeschäftigung zu Armut im Alter führt. Als KAB fordern wir deshalb einen Mindestlohn von 13,69 Euro pro Stunde und haben dazu eine bundesweite Petition gestartet. Die jetzige Erhöhung auf 10,45 Euro ab Juni 2022 reicht nicht, um die Menschen aus der Armutsfalle zu holen. Denn die zukünftige Rente wird weiterhin unterhalb der Grundsicherung liegen“, so Kreller.
Unterstützer*innen können die Petition der KAB für einen höheren Mindestlohn hier unterschreiben: www.kab.de/mindestlohn-petition
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