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Traunstein: DIGITALE_ARBEIT_MENSCHEN_WÜRDIG

Das "Festival der Utopie" des Kreisbildungswerkes Traunstein lockte auf dem Campus des Studienseminars trotz herrlichem Badewetter mit einem vielseitigen Programm zahlreiche Besucher an.

Welche Alternativen zu einer Welt des „höher-schneller-weiter-mehr“ kann es geben? Wie sehen konkrete Schritte zu einem bewussteren Umgang mit Ressourcen und zu enkeltauglichen Lebensweisen aus? Die Veranstalter boten ein Wochenende mit zahlreichen Vorträgen, workshops und Aktionen an, ergänzt mit Info-Ständen, Musik und regionaler wie "fairer" Verköstigung.

Vor allem die beiden Vorträge von Nico Paech zur Postwachstumsökonomie und Sina Trinkwalder, die ihre Textilfirma Manomama vorstellte, sorgten für hohe Aufmerksamkeit.

Die KAB widmete sich dem Thema Zukunft der Arbeitswelt. Die Besucher*innen konnten u. a. dabei ihre persönlichen Einschätzungen zu „Chance“ und „Risiko“ abgeben.

Schnell wurde klar: Beide Sichtweisen haben Berechtigung. Letztlich aber hat die Mehrzahl der Umfrage-TN doch große Vorbehalte und Einwendungen an die Pinnwand geheftet. Einige Beispiele der Beiträge, die unter „Risiko“ vermerkt waren: Geschwindigkeit, Fremdbestimmung, Information als Macht(Missbrauch), große Abhängigkeiten (auch von Technik und Energie), Verlust von Arbeitsplätzen, Leistungswahn, Verlust von Gefühl und Körperwahrnehmung, Sorglosigkeit u.a. im Umgang mit Daten, Suchtmittel, neue Krankheitsformen, Verarmung von Sprache und Denken, Zeitfressmaschinen, Auflösung der Gesellschaftsordnung, Verlust von einfacher Arbeit, usw.

Doch auch die Spalte der „Chancen“ wurde bestückt mit Argumenten wie z. B.  kurze Verhandlungswege, rasche Informationseinholung, Zeitersparnis, Rohstoffersparnis, Arbeit-wann und wo man will, mehr Zeit zum Menschsein, schnelle Kommunikation, Vernetzung weltweit – auch von Protestgemeinschaften, Netzwerke bilden können, weltweite Sichtweisen abrufbar, Schaffung neuer Arbeit, Technik erleichtert den persönlichen Alltag (Handy, Navi, Skype), Gesundheitswesen profitiert,  usw. Aber es gab auch hierzu eine klare Mahnung: „Gut, aber wir müssen unbedingt dafür Sorge tragen, dass wir selber Chef bleiben: Roboter und Künstliche Intelligenz darf nicht den Menschen lenken“. Dies wird wohl mit Abstand eine der größten Aufgaben der Zukunft sein. Ein Gesetz oder eine Ethikkommission hier oder dort wird dazu bei Weitem nicht ausreichen.

„Schöne neue Arbeitswelt“, das KAB Spiel war erstmals in der Region im Einsatz und stark gefragt: Familien, junge Erwachsene und Senioren spielten jeweils einige Runden mit und diskutierten dann ganz nebenbei und doch sehr intensiv eigene Erfahrungen und Aussichten hinsichtlich der rasanter werdenden Technisierung und Digitalisierung sowie die schleichenden Umbrüche der Arbeits- und Lebenswelt.

„Menschwürdige Arbeit in Zeiten der Digitalisierung“: Forderung, Verantwortung und Riesen-Aufgabe - ganz besonders auch für die Katholische Arbeitnehmerbewegung

 

Gudrun Unverdorben, KAB DV München, Region Süd

Bild: KAB Diözesanverban München