KAB Diözesanverband München und Freising e.V.
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(Alters-) Armut ist weiblich

Leider gilt in den meisten Familien, dass die Frauen der Situation gerecht werden müssen und bei einer Weiterbeschäftigung nach der Elternzeit von einer Vollzeitstelle absehen.

Die Altersarmut ist gravierend: im Durchschnitt betrug in der BRD 2015 die monatliche Altersrente der Frauen  618 €. Bei den Männern liegt der Wert mit 1.037 € ca. 40% höher. Auffällig ist auch, dass die Höhe des Nettoeinkommens von der Zahl der Kinder abhängig ist: ohne Kinder erreichten die Frauen in der BRD im Mittel ca. 1200 €, bei vier Kindern nur noch ca. 880 €.

Eine geringere Dauer der Erwerbstätigkeit durch familienbedingte Unterbrechungen, Arbeitslosigkeit, geringfügige Beschäftigungen, Mini-Jobs, Teilzeitverträge und ein geringeres Einkommensniveau für gleiche bzw. gleichwertige Arbeit sind Ursachen für die Armutsfalle.

Das Entgeltgleichheitsgesetz von 2017 will Transparenz bei den Einkommen in den Betrieben herstellen, kommt aber lediglich in Betrieben ab 200 Beschäftigten zur Anwendung.

Was wir wollen:

Gerechter Lohn, Transparenz, das Recht auf Rückkehr zur Vollzeit und Steuergerechtigkeit sind wichtige politische Stellschrauben; ebenso die steuerfinanzierte Anerkennung von Erziehungs- und Pflegezeiten im Rentenverlauf.Die gesetzliche Rente muss ein würdiges Leben im Alter ermöglichen und nicht nur Altersarmut verhindert.

Wir brauchen flexiblere Arbeitszeitmodelle, um eine wirkliche partnerschaftliche Arbeitsteilung zu ermöglichen.

KAB Frauen engagieren sich seit über 100 Jahren für Chancengleichheit und gerechte Entlohnung, Parität und Wahlrecht, gute Bildung/Ausbildung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Anerkennung von steuerfinanzierten Familienzeiten im Rentenverlauf (Pflege/Kindererziehung).

Alters-Armut ist weiblich KAB zum EPD 3-2018.pdf